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Guide

Woran erkenne ich einen guten Lehrbetrieb?

Drei Jahre sind lang. Darauf achtest du beim Schnuppern und im Gespräch, damit du dich im Betrieb wohlfühlst und viel lernst.

3 minute readUpdated 5 November 2026

Du entscheidest dich nicht nur für einen Beruf, sondern auch für einen Betrieb. Im gleichen Beruf kann die Lehre sehr unterschiedlich sein. Ein guter Lehrbetrieb nimmt sich Zeit für dich, traut dir etwas zu und hilft dir, wenn es schwierig wird.

Darauf achtest du beim Schnuppern

  • Hat jemand Zeit für dich? In jedem Lehrbetrieb gibt es eine Berufsbildnerin oder einen Berufsbildner. Wenn diese Person dir beim Schnuppern Dinge erklärt und dich ausprobieren lässt, ist das ein gutes Zeichen.
  • Wie gehen die Leute miteinander um? Achte darauf, wie im Team gesprochen wird, auch mit den Lernenden. Wird gelacht? Wird geholfen, wenn etwas nicht klappt?
  • Was machen die Lernenden? Lernende sollen ihren Beruf lernen, nicht nur aufräumen und putzen. Etwas Hilfsarbeit gehört dazu, aber nicht den ganzen Tag.
  • Wie ist die Werkstatt, das Büro, die Küche? Ordnung und gutes Werkzeug zeigen, dass der Betrieb sorgfältig arbeitet.

Frag die Lernenden

Die besten Antworten bekommst du von den Lernenden, die schon dort arbeiten. Frag sie in einer ruhigen Minute:

  • Gefällt es dir hier?
  • Was lernst du gerade?
  • Hilft dir jemand, wenn du etwas nicht verstehst?
  • Würdest du die Lehre nochmals hier machen?

Fragen fürs Vorstellungsgespräch

Du darfst auch selber Fragen stellen. Das zeigt, dass du dich ernsthaft interessierst.

  • Wer ist für mich zuständig, und wie oft haben wir Zeit füreinander?
  • Wie sieht ein normaler Tag für Lernende aus?
  • Wie hilft mir der Betrieb, wenn es in der Schule schwierig wird?
  • Was machen eure Lernenden nach der Lehre? Bleiben einige im Betrieb?

Das gilt in jedem Lehrbetrieb

  • Jeder Lehrbetrieb braucht eine Bewilligung vom Kanton.
  • Die Lehre beginnt mit einem schriftlichen Lehrvertrag, den der Kanton genehmigt. Mehr dazu im Ratgeber Lehrvertrag.
  • Bis du 20 bist, hast du mindestens fünf Wochen Ferien im Jahr.
  • Die Berufsfachschule und die überbetrieblichen Kurse sind Arbeitszeit. Dafür darfst du nicht nacharbeiten müssen.
  • Für Jugendliche unter 18 gelten besondere Regeln zum Schutz der Gesundheit, zum Beispiel bei der Arbeitszeit und bei gefährlichen Arbeiten.

Warnzeichen

  • Niemand hat beim Schnuppern Zeit für dich, oder du stehst nur herum.
  • Die Lernenden wirken gestresst oder sagen, dass sie nur Hilfsarbeiten machen.
  • Du sollst ohne Lehrvertrag anfangen oder etwas unterschreiben, bevor du es verstehst.
  • Der Betrieb meldet sich nach dem Schnuppern oder nach deiner Bewerbung nie mehr.

Ein einzelnes Zeichen heisst nicht, dass der Betrieb schlecht ist. Wenn mehrere zusammenkommen, schau genau hin.

Auf Stifti

Bei Stellen, die Betriebe selbst auf Stifti ausschreiben, siehst du, wie oft und wie schnell der Betrieb auf Bewerbungen antwortet. Ein Betrieb, der dir antwortet, nimmt dich auch sonst ernst.

Wenn es in der Lehre nicht gut läuft

Sprich zuerst mit deiner Berufsbildnerin oder deinem Berufsbildner. Hilft das nicht, kannst du dich an die Lehraufsicht beim Berufsbildungsamt deines Kantons wenden. Sie berät dich gratis und vertraulich, auch wenn du die Lehre wechseln möchtest. Auch deine Lehrperson an der Berufsfachschule kann dir weiterhelfen.

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