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Ghid

Dein Fahrplan zur Lehrstelle, von der 7. Klasse bis zum Vertrag

Was wann ansteht, damit du im Sommer der 9. Klasse nicht plötzlich unter Druck kommst.

4 minute de cititActualizat 17 octombrie 2026

Die Lehrstellensuche zieht sich über etwa zwei Jahre. Wer früh anfängt, hat am Schluss weniger Stress. Hier siehst du, was ungefähr wann dran ist. Jeder Kanton und jede Schule hat ein eigenes Tempo, darum sind die Monate nur ein Anhaltspunkt.

Mit «9. Klasse» ist hier dein letztes obligatorisches Schuljahr gemeint. Je nach Kanton heisst es 3. Sek, 3. Oberstufe oder 11. Klasse nach HarmoS. Die 7. und 8. Klasse sind die zwei Jahre davor.

7. Klasse: Herausfinden, was dich interessiert

In der 7. Klasse musst du noch nichts entscheiden. Es geht ums Ausprobieren und Fragen.

  • Notiere, was dir Spass macht. Nicht nur in der Schule: Auch Velo flicken, Kochen, Zeichnen oder anderen etwas erklären sagen viel über dich.
  • Schau dir Berufe an. Bei Berufe findest du alle Lehrberufe der Schweiz, nach Feldern geordnet.
  • Geh an eine Berufsmesse. Fast jeder Kanton hat eine, oft im Herbst.
  • Frag Leute in deiner Familie und im Quartier, was sie arbeiten und was sie daran mögen.

Tipp: Schreib dir nach jedem Gespräch einen Satz auf, was dich überrascht hat. Das hilft dir später beim Motivationsschreiben.

7. oder 8. Klasse: Termin bei der Berufsberatung

Mach früh einen Termin bei der Berufsberatung deines Kantons. Das Gespräch ist gratis. Die Fachleute helfen dir, Berufe zu finden, an die du noch nicht gedacht hast. Oft kommt die Berufsberatung auch in deine Klasse. Ein eigenes Gespräch lohnt sich trotzdem. Adressen findest du auf berufsberatung.ch.

8. Klasse: Schnuppern

Jetzt wird es konkret. Die 8. Klasse ist das wichtigste Jahr fürs Schnuppern.

  • Wähle drei bis fünf Berufe aus, die dich interessieren, und frag für jeden eine Schnupperlehre an.
  • Schnuppere auch in einem Beruf, bei dem du unsicher bist. Manchmal ist die Überraschung gross, in beide Richtungen.
  • Viele Betriebe wollen einen Eignungstest wie den Multicheck oder den Basic-Check sehen. Frag nach, welchen sie verlangen, bevor du einen machst.
  • Sammle die Beurteilungen deiner Schnupperlehren. Sie gehören später in dein Dossier.

Wie du eine Schnupperlehre findest und gut nutzt, steht im Artikel Schnupperlehre: So holst du alles raus.

Sommer vor der 9. Klasse: Dossier bereit machen

Bevor die Lehrstellen ausgeschrieben werden, lohnt es sich, das Dossier fertig zu haben.

  • Lebenslauf mit Foto
  • Ein Motivationsschreiben, das du pro Stelle anpassen kannst
  • Zeugnisse der Oberstufe
  • Ergebnisse von Eignungstests, falls du schon welche hast
  • Beurteilungen der Schnupperlehren

Wie das alles aussieht, steht in Was ins Bewerbungsdossier gehört.

Ab August der 9. Klasse: Bewerben

Die Kantone, die Wirtschaft und die Schulen haben sich auf Regeln geeinigt, damit niemand zu früh unter Druck kommt:

  • Lehrstellen sollen frühestens im August des Jahres vor Lehrbeginn ausgeschrieben werden.
  • Lehrverträge sollen frühestens ein Jahr vor Lehrbeginn unterschrieben werden.

Für dich heisst das: Ab August der 9. Klasse geht es richtig los. Viele Stellen werden im Herbst vergeben, aber längst nicht alle. Auch im Frühling und sogar im Sommer gibt es noch offene Lehrstellen.

Tipp: Bewirb dich lieber gezielt bei fünf Betrieben, die wirklich passen, als mit dem gleichen Brief bei fünfzig.

Winter der 9. Klasse: Plan B parallel anmelden

Hast du im Winter noch keine Zusage, such weiter und melde dich gleichzeitig für einen Plan B an. Das kann ein 10. Schuljahr, ein Brückenangebot oder eine Vorlehre sein. Viele dieser Angebote haben Anmeldeschluss zwischen Januar und März. Wenn später doch eine Zusage kommt, umso besser. Frag bei der Anmeldung, bis wann du dich wieder abmelden kannst.

Zusage: Der Lehrvertrag

Hast du eine Zusage, bekommst du einen Lehrvertrag. Weil du noch nicht volljährig bist, unterschreiben auch deine Eltern. Danach prüft und genehmigt das Amt für Berufsbildung den Vertrag, und zwar im Kanton, in dem dein Lehrbetrieb liegt.

Sag den anderen Betrieben, bei denen du dich beworben hast, freundlich ab. Das ist fair, und vielleicht triffst du sie später wieder.

Und wenn es nicht klappt?

Das passiert vielen, und es ist kein Zeichen, dass du nichts kannst. Es gibt gute Zwischenlösungen und oft noch freie Stellen bis in den Sommer. Lies dazu Absage bekommen: So geht es weiter.

Die Berufsberatung deines Kantons hilft dir jederzeit gratis. Adressen findest du auf berufsberatung.ch.

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