راهنما
Absage bekommen: So geht es weiter
Absagen gehören dazu. Was du daraus lernen kannst, wo es noch freie Stellen gibt und welche Zwischenlösungen sinnvoll sind.
Fast alle bekommen bei der Lehrstellensuche Absagen, oft mehrere. Das tut weh, sagt aber wenig über deinen Wert. Ein Betrieb hat vielleicht nur eine Stelle und zwanzig Bewerbungen.
Zuerst durchatmen
Es ist okay, enttäuscht zu sein. Sprich mit jemandem darüber: Eltern, Freunde, Lehrperson. Und dann schau nach vorne.
Nachfragen, was gefehlt hat
Ruf den Betrieb an oder schreib eine kurze Mail. Bedank dich und frag, was du beim nächsten Mal besser machen kannst. Nicht alle antworten, aber manche geben dir sehr hilfreiche Hinweise.
Tipp: Frag nicht «Warum haben Sie mich nicht genommen?», sondern «Was kann ich bei meiner nächsten Bewerbung besser machen?».
Das Dossier prüfen
Wenn du viele Absagen ohne Gespräch bekommst, liegt es oft am Dossier. Lass es von der Berufsberatung oder einer Lehrperson anschauen. Häufig hilft schon ein persönlicheres Motivationsschreiben.
Den Blick weiten
- Verwandte Berufe: Wer Informatiker werden will, kann sich auch Mediamatiker/in oder ICT-Fachmann/-frau anschauen.
- Andere Region: Eine halbe Stunde mehr Weg kann viele neue Stellen öffnen. In der Suche kannst du den Umkreis grösser machen.
- EBA statt EFZ: Ein Berufsattest ist ein guter Einstieg. Danach kannst du oft eine EFZ-Lehre in einem verwandten Beruf anschliessen, häufig direkt ab dem 2. Lehrjahr.
Es gibt noch Stellen
Viele Lehrstellen werden im Herbst vergeben, aber längst nicht alle. Im Frühling und sogar kurz vor den Sommerferien sind noch Stellen frei, weil jemand abspringt oder ein Betrieb spät entscheidet. Bleib dran.
Zwischenlösungen
Warte damit nicht bis zum Sommer. Hast du im Winter noch keine Zusage, melde dich parallel für einen Plan B an und such trotzdem weiter. Viele Brückenangebote haben Anmeldeschluss zwischen Januar und März. So ist es kein verlorenes Jahr, auch wenn es mit der Lehrstelle noch nicht klappt. Diese Angebote bringen dich weiter:
- 10. Schuljahr: Schulstoff vertiefen und mit Unterstützung weitersuchen.
- Brückenangebote: Schule und Praxis kombiniert, oft mit Praktikumstagen.
- Vorlehre: Ein Jahr im Betrieb mit Schultagen, als Vorbereitung auf eine Lehre.
- Praktikum oder Sprachaufenthalt: Wenn es zu deinem Ziel passt.
Welche Angebote es gibt und wann du dich anmelden musst, ist von Kanton zu Kanton verschieden. Die Berufsberatung weiss es genau: berufsberatung.ch.
Du bist nicht allein
Jedes Jahr suchen zehntausende Jugendliche eine Lehrstelle. Viele, die heute zufrieden in ihrem Beruf arbeiten, hatten am Anfang eine lange Liste mit Absagen.